Chronik der MaxE
Unser ‘Namensgeber’ …
… ist der bayerische Kurfürst Maximilian-Emanuel (1662-1726), kaiserlicher Feldherr & Kurfürst von Bayern, zur Zeit der Türkenkriege auch ‘blauer Fürst’ genannt. Zeitweise aus Bayern vertrieben, erhielt er zwar 1714 Bayern zurück, hinterließ aber nach seinem Tod dem Volk eine Schuldenlast von 26 Millionen Gulden!
Dass er Namens-Pate der Max Emanuel Brauerei wurde, hat mit der Lage des Hauses zu tun Um seine Schlösser in Schleißheim, Nymphenburg & Dachau auf dem Wasserweg mit der Münchner Residenz (Hofgarten) zu verbinden, ließ er nämlich 1704 den Türkengraben anlegen, der ungefähr auf der Höhe des heutigen Mittleren Rings (zwischen Belgrad- & Schleißheimerstr.) in andere Wasserstraßen münden sollte.
Soweit kam es aber nie; nachvollziehbar ist noch der Abschnitt ab MaxE; genau gegenüber des Hauses (Eingang MaxE) beginnt auch heute noch die Kurfürstenstraße und einige Meter weiter die Nordendstraße (Eingang Biergarten), die beide bis zum Kurfürstenplatz fast schnurgerade parallel verlaufen.
Dazwischen, wo heute Häuser stehen, floß einst der Kanal. Wahrscheinlich sah es damals ähnlich aus, wie beim Nymphenburger Kanal (nebst beiden Auffahrtsalleen), der bis heute erhalten geblieben ist.
Wegen Wasser- und vor allem Geldmangel – ließ man den Türkengraben dann 1811 zuschütten; 1812 entstand schräg über seinem Oberlauf die Türkenstraße, und 1827 quer dazu die Adalbertstraße - übrigens damals wie heute die Grenze zwischen Maxvorstadt und Schwabing - , später noch andere Querstraßen und viele Gebäude.
1880 wurde dann hier – Nr. 33 - die Max Emanuel Brauerei eröffnet und 1896 – ebenfalls zum Andenken an Max Emanuel – die Kurfürstenstraße benannt. Auch der Biergarten hinter dem Haus (seit den 50er Jahren leider nur noch halb so groß) liegt sozusagen mitten im einstigen Kanal, - vielleicht gedeihen deshalb auch unsere riesigen Kastanien mitten zwischen den Häusern trotzdem so vortrefflich: Max Emanuel sei Dank!
Die MaxE, von G. Füger gegründet, ging 1886 in den Besitz von M. Frank über, der sie wiederum 5 Jahre später an J. Deisböck verkaufte. 1896 wurde die Brauerei von Löwenbräu geschluckt, - wie übrigens viele kleine Brauereien zu jener Zeit.
Seitdem wird hier nicht mehr gebraut; übriggeblieben davon ist aber ein schöner traditioneller Biergarten mit Kastanienbäumen (dessen "Keller" früher als kühles Lager für die Fässer diente). ‘Versteckt’ zwischen den Häusern ist er der größte (für ca. 750 Gäste) in diesem stadtnahen Uni-Viertel.